Künstlerinnengespräch. Auswahl 22

Ishita Chakrabortys (*1989 aus Kolkata, Indien) Praxis umfasst Zeichnungen, Installationen, Poesie, Video und Ton. Der Kontext ihrer Arbeiten besteht aus den Spuren der Vertreibung, dem Trauma des Kolonialismus und dessen Artikulation in Sprache und Identität. In ihrer Arbeit untersucht sie die Strategien und den Diskurs des Widerstands. Sie lässt die Menschen ihre Geschichten erzählen und versucht daraus ein Narrativ aus Mikrogeschichten zu schaffen, das die herkömmliche Geschichtsschreibung nicht zu erzählen vermag. Exotische Pflanzen im Garten - Was tun? ist die Fortsetzung eines langfristig angesetzten Projekts über das Zuhören als transformativen Prozess. Dabei versucht die Künstlerin einen Dialog herbeizuführen und lässt uns über unser Verständnis von Migration, Menschenrechten und Ökologie nachdenken. Sie erforscht die Relikte des Kolonialismus und die damit verwobene Geschichte von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Migration – und ebenso die invasiven Arten der Flora. Persönliche und überlieferte Erzählungen, Lieder und Gedichte spielen in dieser Arbeit eine zentrale Rolle. Worte beschreiben die Entfremdung von Heimat und Familie, die Vertreibung und die Beziehung zum Leben in einer neuen und fremden Umgebung, erzählt mit der eigenen Stimme in der Muttersprache der Protagonistinnen und Protagonisten. Die Geschichten erzählen von der Notlage Einzelner, die auf Krieg, politische Unterdrückung und vermehrt auch auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zu leben, begegnen wir uns: Im von der Künstlerin geschaffenen utopischen Raum soll es Platz haben für alle.

Do., 15. Dez. 2022 17:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Eintritt CHF 17