Baustelle – Ein Abend mit Experten für harte Arbeit

Auf dem Bau und über den Bau gibt es viele Vorurteile, mit denen die acht Spieler des neuen Stückes des Bühne Aarau Ensembles gründlich aufräumen. Sie müssen es wissen, denn sie arbeiten auf dem Bau. ElektrikerInnen verlegen ihre Rohre und fahren ständig zurück ins Magazin, weil sie etwas vergessen haben (wie auch die Sanitäre). Wer Zimmermann lernt, will eh nur ins Büro; MaurerInnen mauern ewig weiter, Bauingenieure wissen alles besser, StrassenbauerInnen erkennt man am Schaufelwurf. Und Gipser sind Souhünd. Oder ist Gipser doch der beste Beruf der Welt? Nach Projekten mit Menschen mit einer Krebsdiagnose («Krebskaraoke»), mit jungen Eltern während des Corona-Lockdowns («Start-21») und mit Betroffenen einer Depressionserfahrung («Dancing in the Dark») geht die Bühne Aarau diesmal dahin, wo noch richtig geschuftet wird. Im Theaterprojekt «Baustelle» stehen acht Männer auf der Bühne, die die rot-weiss abgesperrten Orte seit Jahren kennen. Im Spiel knöpfen sie sich ihren Arbeitsort vor, bauen ihn um, graben tief, lassen ihre Berufe hochleben und erinnern sich ihre erste eigene Baumhütte. Sie geben Einblick in eine nicht unkomplizierte Beziehung zu einem Ort, der kaum jemanden kalt lässt, obwohl man oft friert. Die Spieler reissen Mauern des Schweigens ein und geben Einblick hinter die Fassade. Auf der Baustelle entsteht unsere zukünftige Welt. Es kommen verschiedenste Menschen zusammen, die trotz aller Unterschiedlichkeit etwas Grosses erschaffen. Die acht Spieler berichten, wie dieses Wunder wieder und wieder zustande kommt. «Unsere Gesellschaft hat sich darauf geeinigt, «Auswendig-Lerner» zu bevorzugen, hauptsächlich durch die Notengebung während der ersten 9 Schuljahre: Das heisst: Logisches Denken 33% - Auswendiglernen 100% - als nicht «Auswendiglerner» ist somit nach 9 Jahren Schulschluss. Und genau dies ist unser Problem heute: Die «Auswendiglerner» sind nun Lehrer, Politiker, Banker, Pensionskassenverwalterschmarotzer…» (Zimmermann, 67) Das Bühne Aarau Ensemble ist fester Bestandteil des künstlerischen Programms der Bühne Aarau und nimmt jedes Jahr ein bestimmtes Thema in den Fokus. Dadurch setzt sich das Ensemble immer wieder mit verschiedenen Menschen aus der Bevölkerung neu zusammen. Auf der Bühne stehen «ExpertInnen des Alltags»: BoxerInnen, Feuerwehrfrauen und Männer, Menschen mit Depressionserfahrung. Das Bühne Aarau Ensemble steht unter der künstlerischen Leitung des Theaterpädagogen Jonas Egloff. Die Projekte werden oft in Co-Regie mit GastkünstlerInnen realisiert. Zurzeit tourt noch immer die Produktion «Krebskaraoke», die im Dezember 2020 Premiere feierte, mit grossem Erfolg durch verschiedene Schweizer Theater. Regie führen Robert Baranowski und Benjamin Spinnler. Baranowski arbeitet freischaffend als Schauspieler und Regisseur und bringt reichlich Erfahrung aus der Regiearbeit mit jungen Erwachsenen mit. Spinnler arbeitet freischaffend als Schauspieler und Filmemacher und arbeitete neben seiner künstlerischen Tätigkeit immer wieder als Maurer. Auch Benjamin Küng kann als gelernter Zimmermann eigene Erfahrungen in die Inszenierung einbringen. Von & Mit: Mo Abdifaha, Thomas Flückiger, Samuel Lüscher, Max Metzger-Müller, Dave Schellenberg, Michael Vogler, Saravana Völlmy Oliver Wetzel Regie: Robert Baranowski, Benjamin Spinnler Szenografie: Benjamin Küng Texte & Projektleitung: Jonas Egloff Assistenz: Lorena Cipriano Regulär: CHF 35.00 AHV: CHF 30.00 In Ausbildung/Legi/IV: CHF 20.00 Bühnenschaffende: CHF 15.00

Mi., 26. Apr. 2023 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Eintritt CHF 35