In Aarau gibt es unzählige unerwartete Durchgänge, stilvoll bemalte Dachgiebel, Gassen mit mittelalterlichem Flair und hinreissende Aussichtspunkte.
Die Stadt zeigt ihre Besonderheiten nicht auf den ersten Blick. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt verborgene Orte, überraschende Perspektiven und Spuren einer Vergangenheit, die bis heute nachwirkt. Zwischen Altstadt und Aare, zwischen Tradition und Gegenwart warten wunderbare Geheimnisse, die bleiben.
Hier erzählen Dachgiebel von Handwerkskunst, Wassergewinnung von Erfindergeist und kleine Plätze von einem Alltag, der sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Aarau ist kompakt und gerade deshalb reich an Details.
Ob beim Flanieren durch die Altstadt, beim Blick durch ein Stadttor oder auf einer geführten Entdeckungstour: Jeder Schritt eröffnet einen neuen Blickwinkel. Geschichte wird erfahrbar, Gegenwart greifbar und beides verbindet sich zu einem Stadtbild, das immer wieder neu überrascht - nicht mit Paukenschlägen aber eindringlich und nah.
Geheimste Geheimnisse verraten
Der «Ehgraben» ist ein schmaler Durchgang zwischen den Häuserzeilen, welcher im Mittelalter als Abfallgrube genützt wurde. Heute sind die Ehgräben ausschliesslich auf Stadtführungen begehbar und zeigen die Höfe und Hinteransichten der Stadthäuser. Jeweils am ersten Samstag im Monat findet um 13 Uhr der Altstadtrundgang statt. Auf dieser Führung wird ein Ehgraben besucht.
Mit dem «Aufschluss Meyerstollen» unter dem Bahnhof Aarau erschliesst das Stadtmuseum den Besucher:innen das Werk des Frühindustriellen Rudolf Meyer Sohn, der vor 200 Jahren ein weit verzweigtes Stollensystem unter der Stadt Aarau baute.
«Die Halde» ist heute ein beliebtes Wohngebiet im Zentrum der Stadt Aarau. Das Haldentor diente früher den Bürgern der Stadt als Durchgang zur Landwirtschaftsfläche ausserhalb der Stadtmauern. Das «Chatzetörli» und das «Ländtetörli» sind kleine Durchgänge, durch welche man zu den ehemaligen Stadtgärten gelangt.
Das «Haus zum Schlossgarten» ist der Schweizer Geschichte: es diente 1798 knapp sechs Monate lang als erster Schweizer Regierungssitz, wo das Helvetische Direktorium tagte.
Das Rathaus von Aarau entstand aus einer mittelalterlichen Burg, dem «Turm Rore». Nachdem die Stadt im Jahr 1515 die Burg gekauft hatte, baute sie den Roreturm durch das Anfügen von Gebäudeteilen zum Rathaus um.